Fortbildung der FMD-Gruppe 17-01-2024

Wird neue Ausrüstung angeschafft, so genügt es natürlich nicht, diese einfach im Fahrzeug zu verstauen und den Lagerort zu kennen, sondern es bedarf einer umfassenden Ausbildung, um die Gerätschaften routiniert und zweckmäßig einsetzen zu können. Da vor kurzem mit sogenannten Tourniquets und einer Rettungs-Boa solch neue Anschaffungen getätigt wurden, nahm man dies bei der FMD-Gruppe (Feuerwehr-Medizinischer-Dienst) zum Anlass, eine Fortbildung dazu abzuhalten.

Beim Tourniquet handelt es sich um ein Gerät zur Blutstillung bei starken Extremitätenblutungen, welche nicht durch herkömmliche Erste-Hilfe-Maßnahmen wie manuellem Druck oder Druckverband gestillt werden können. Die Rettungs-Boa ist ein Gerät, welches die Rettung einer Person aus einem Unfallfahrzeug erleichtern kann. Beide Gerätschaften wurden aufgrund von Erfahrungen aus Einsätzen und Übungen aus Eigenmitteln angeschafft. Berührungspunkte mit dem Equipment hatten die Feuerwehr-Ersthelfer bereits im Zuge von FMD-Weiterbildungen auf Bezirksebene.

Nach einem theoretischen Einstieg zu starken Blutungen, Indikation, Anwendung und möglichen Komplikationen der Geräte ging es in einen zweiteiligen Stationsbetrieb. Dabei wurde die Anlage des Tourniquets gegenseitig an Armen und Beinen geübt und die Gelegenheit gleich genutzt, sich wieder einmal mit dem Inhalt aller vorhandenen Erste-Hilfe-Rücksäcke und -koffer vertraut zu machen. Im Anschluss wurde die Anwendung der Rettungs-Boa intensiv in unterschiedlichen Varianten und wechselnden Teams durch alle Teilnehmer geübt.

Nach zwei Stunden konnte die Fortbildung für die sieben Teilnehmer abgeschlossen werden.

Themenübung Maschinenunfälle 15-12-2023

Mit dem Schlagwort „Maschinenunfälle“ stand ein nicht alltägliches Thema kurz vor Ende des Jahres am Übungsplan. Unter diesem Sammelbegriff werden Unfälle in Industrie, Haushalt und Freizeit verstanden, welche sich im Wesentlichen durch Einklemmungen von Extremitäten oder Pfählungen verschiedenster Art auszeichnen. Die Bandbreite möglicher Szenarien und die einhergehenden Verletzungen sind demnach sehr groß.
Die Übung startete mit einem Theorieteil, in welchem Übungsleiter OBI Philip Kathrein eine standardisierte Vorgehensweise bei derartigen Lagen und die zur Verfügung stehenden Gerätschaften vorstellte. Anhand einiger Fotos wurden Lösungsansätze besprochen und Tipps und Tricks zur Abarbeitung vermittelt.
Danach ging es auch schon an die Praxis, wozu vier Stationen im Feuerwehrhaus vorbereitet waren. Ein eingeklemmter Finger in einem Lochblech, ein festgenagelter Fuß, ein eingeklemmtes Bein nach einem Fahrradsturz und ein eingeklemmter Arm bei einer Mülltonne forderten die Übungsteilnehmer, welche die Lagen in Kleingruppen abarbeiten und die im wahrsten Sinne des Wortes verzwickten Situationen lösen mussten. Als Abschluss wurde eine Pfählungsverletzung in Folge eines Sturzes aus großer Höhe simuliert. Die verletzte Person wurde in der vorgefundenen Lage gestützt, die Pfählung durchtrennt und der Verletzte am Spineboard gelagert, bevor der Abtransport aus dem Kellergeschoss durchgeführt werden konnte.

Nach gut 1,5h konnte die Übung für die 18 Teilnehmer mit einigen neuen Erkenntnissen
abgeschlossen werden.

Personenrettung nach Forstunfall 17-11-2023
Am 17. November 2023 wurde eine Einsatzübung zur Personenrettung nach einem Forstunfall durchgeführt. Das Szenario umfasste drei verletzte Personen: Eine Person wurde unter einem Baum eingeklemmt, eine andere zog sich eine tiefe Schnittwunde mit einer Motorsäge zu, und die dritte Person stürzte einige Meter in die Tiefe.
Bei der Ankunft des ersten Einsatzfahrzeugs war zunächst unklar, wo sich die verletzten Personen befanden. Die lauten Geräusche von Traktor und Motorsäge halfen jedoch, sie schnell zu lokalisieren. Die erste Rettungsaktion galt dem schwer Verletzten mit einer Schnittwunde, der nach einigen Minuten das Bewusstsein verlor. Ein Druckverband wurde angelegt, das Opfer in die stabile Seitenlage gebracht und anschließend mit dem Tragetuch an die fiktive Rettung übergeben.
Parallel dazu konzentrierte sich ein weiterer Trupp auf die Versorgung der unter dem Baum eingeklemmten Person. Der Baum wurde stabilisiert, um ein Wegrutschen zu verhindern. Anschließend wurde der Verletzte mithilfe von Hebekissen und einer Schaufeltrage befreit und dem Rettungsdienst übergeben.
Die dritte Person, die abgestürzt war, wurde von einem Kameraden betreut, bis die Rettung erfolgen konnte. Zwei weitere Kameraden stiegen zu hinab, stabilisierten den Verletzten auf dem Spineboard und platzierten ihn dann auf der Korbtrage. Mithilfe eines Seilzugs wurde die Person nach oben befördert und daraufhin aus dem Wald getragen.
Ein großes Dankeschön gilt den Statisten, die ihre Rollen äußerst realistisch gespielt haben und an die zur Verfügungstellung des Waldes.

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